Zu den häufigsten seelischen Belastungen gehört die Depressivität. Der Begriff lässt zunächst den Zustand von Niedergeschlagenheit vermuten. Aber es steckt mehr dahinter. Typische weitere Zeichen:

  • Konzentrationsprobleme
  • Lustlosigkeit, kein Interesse an den sonst üblichen Dingen („Interesse an nichts“)
  • Nichts zustande bringen trotz hoher Anstrengung
  • in Tränen ausbrechen (auch ohne bekannten Grund) bis hin zum Heulkrampf
  • schnelle Ermüdbarkeit und Kraftlosigkeit bis hin zur Erschöpfung ohne körperliche Aktivität
  • Schlaflosigkeit oder verlängertes Schlafen (mehr als 8 Stunden)
  • nicht richtig wach werden
  • Dinge, die sonst leicht fallen, dauern unverhältnismässig lange (z.B. einfache Haushalttätigkeiten)
  • Unruhe und innere Anspannung, nicht stillsitzen können (trotz Erschöpfung)
  • das Gefühl sich schuldig gemacht zu haben oder eine Schuld nicht abgelten zu können (nicht finanziell)
  • deutlich überhöhte Selbstkritik und Selbstvorwürfe
  • das Gefühl versagt zu haben oder zukünftig nur noch zu versagen
  • jeglicher jemals gemachter Fehler ist präsent, aber keine Erinnerung an Erfolge
  • Appetitlosigkeit oder vermehrter Appetit
  • Traurigkeit ohne erkennbaren Grund
  • Selbstablehnung
  • Wertlosigkeitsgefühle („Nicht gut genug sein“)
  • das Gefühl bestraft zu sein oder bestraft zu werden
  • Gedanken daran, das Leben beenden zu wollen
  • Gedanken daran, etwas Schlimmes getan oder etwas Wichtiges unterlassen zu haben
  • kein Interesse an Sexualität
  • Reizbarkeit und Wutausbrüche
  • übermässiger Pessimismus, negative Gedanken über Zukunftsaussichten
  • Unfähigkeit sich zu entscheiden
  • Einschränkung auf nur noch sehr wenige lebenswerte Dinge
  • körperliche Symptome: Kopfschmerz, Verdauungsbeschwerden, Schmerzen an vielen Stellen des Körpers ohne bekannte Ursache, Ohrgeräusche (Tinnitus), Rücken- und Nackenschmerzen

Wichtig:
Depressivität ist zu unterscheiden vom Krankheitsbild Depression. Einzelne Symptome der Depressivität sind im Rahmen eines selbstlimitierenden Verlaufes sehr häufig. Eine manifeste Depression besteht nach der Definition der ICD 10 erst, wenn die Symptomverläufe über einen Zeitraum von zwei Wochen permanent oder abwechselnd verlaufen.

Wenn Sie permanent oder überdurchschnittlich häufig unter mehreren der oben beschriebenen Belastungen leiden, lohnt sich ein Abklärungsgespräch.